Aus der Zeitschrift EinSicht Sommer 2000

So fing es an

Die Entwicklung der Kooperation mit der Natur

Teil 6

Inhalt der bisherigen Hefte
1: Ursache-Wirkung bei "Schädlingsbefall"
2: Mein persönlicher Weg zu einer naturkooperativen Beziehung in der Natur
3: Altes und neues Denken-Handeln
4: Wesen von Natur und Mensch. Säulen der Kooperation mit der Natur: 1. Der Kontakt zur Natur
5: 2. Säule: Kommunikation mit den Naturwesen

Die natur-kooperative Gesinnung

Aus meinem praktischen Wissen entstanden Erfahrungen, als ich mich als Teil des Schöpfers und als Teil der Schöpfung empfand, sowohl der allgemeinen als auch meiner individuellen Schöpfung.

Während man in den westlichen Industrienationen noch unterscheidet zwischen denjenigen Naturwesen, die dem Menschen anscheinend etwas nützen und demjenigen Naturwesen, die dem Menschen anscheinend, nichts nützen und daher "Nutztiere/Nutzpflanzen" bzw. "Schädlinge, Parasiten, Krankheiten" genannt werden, ist man in den östlichen Erdteilen ganz anderer Meinung. Im Osten weiß man, dass auch die kleinen Lebewesen einen Sinn und eine Bedeutung haben. Wenn der Mensch in der richtigen Gesinnung ist, so wird er von keinem Tier belästigt - auch nicht von einer Stubenfliege oder Stechmücke.

Und wenn ich dann bei meinen Versuchen in der richtigen Gesinnung war, kam 8 Jahre lang keine Zecke zu mir, obwohl ich mich ständig in der Natur aufhielt. Es fraßen auch nicht die Schnecken vom Salat, sondern ernährten sich viel lieber von Wildklette, Knoblauchsrauke, Löwenzahn.

Wenn ich aber aus der Gesinnung heraus gefallen war, nahmen die Schnecken und Kartoffelkäfer nicht nur von Kartoffelpflanzen sondern auch vonTomaten und dem damals im Garten vorkommenden bittersüßen Nachtschatten.

So wird der Mensch mit der Natur leben!

Die richtige Gesinnung ließ es zu, meine Gänsehaut beim Anblick einer Nacktschnecke auf dem Salatbeet und an den Zucchinipflanzen innerlich bewegungslos zu beobachten, auszuhalten, anzunehmen und im Nichtstun zu bleiben. Aus dieser als richtig erkannten Gesinnung - nämlich, dass mir die Nacktschnecken (die mir nichts "nützten") ebenso wichtig waren wie Schwein, Rind, Fisch, Biene (die mir etwas "nützten") - kam ich in das Gefühl des Eins-Seins mit allem Leben.

Schließlich fand ich, dass es gerade diejenigen Tier- und Pflanzenorganismen waren, die mir anscheinend nichts nützten in Wirklichkeit meine Helfer waren auf meinem Weg: "So will ich mit der Natur leben!"

So konnte ich unter der Voraussetzung gleichwertiger Betrachtung aller Lebewesen mit der echten Partnerschaft zu ihnen, eben der Kooperation beginnen.

Und dieser Weg der inneren Befreiung führt zu innerer Freiheit. Er ermöglicht echte Partnerschaft und ist daher ein fester Bestandteil in all meinen Grundlagenseminaren.

Die dritte Säule

Kooperation in der Natur

Heute wird ständig von Kooperation gesprochen, aber häufig nur gesprochen. Was ich tat, war, ich tat kooperieren. Und als ich eine natur-kooperative Gesinnung in nur zugelassen hatte, konnte ein längerer Prozeß beginnen, in dem sich die KN entwickelte:

  • ich freute mich über jedes Naturwesen in meinem Garten,
  • ich begrüßte jedes Lebewesen,
  • ich konnte zulassen, dass Blattläuse an Rosen und Salat waren,
  • ich konnte auch mehrere Zecken an meinem Körper Blut nehmen lassen,
  • ich konnte Stechmücken an mir saugen lassen,
  • ich konnte Nacktschnecken vom Salat fressen lassen,
  • ich konnte Nacktschnecken auf den Beeten sein lassen,
  • ich konnte Wildpflanzen im Rosenbeet sehen,
  • ich konnte das Wetter annehmen, wie es war.

und weil ich es konnte, tat ich es:

  • ich ließ Blattläuse an Rosen und Salat sein,
  • ich ließ Zecken an meinem Körper Blut nehmen,
  • Stechmücken an mir saugen,
  • ich ließ Nacktschnecken vom Salat fressen,
  • ich ließ Nacktschnecken auf den Zucchinis und Bohnenbeeten sein,
  • ich ließ Wildpflanzen im Rosenbeet stehen,
  • ich nahm das Wetter an, wie es war.

Besiegelung der Kooperation

Um einen Kooperationsvertrag zu schließen bedurfte es mehrerer Aspekte. Dieses stellt einen wichtigen Teil in den Grundlagenseminaren dar. Dadurch wurde die ganze neue Sache, die Neuschöpfung im Garten, die Kooperation mit der Natur erst rund.

Im Kooperationsvertrag ist die Wahrung der Rechte der Vertragspartner, die Hinterlegung eines Vertragspflandes eine Notwendigkeit. Während viele meiner Mitmenschen es schon für Kooperation hielten, wenn sie die Nacktschnecken wegtrugen, die Rehe mit stinkenden Lappen und Menschenhaaren vergrämten, die Blattläuse mit Wasser von den Rosenknospen abduschten, so ist dies keine Kooperation mit der Natur!

Kurz ausgedrückt heißt Kooperation:
Gleiche Rechte für alle Beteiligten.
Was ich möchte, gewähre ich.
Was ich mir wünsche, gebe ich zuvor.
Was in mir kriegerisch ist, befriede ich.


» Fortsetzung

« zurück zum Inhaltsverzeichnis