Die Entwicklung der Kooperation mit der Natur

Aus der Zeitschrift EinSicht Herbst 1998

So fing es an

Die Entwicklung der Kooperation mit der Natur

Teil 1

1940 geboren - mein Vater war mitten im Krieg und schenkte sein Leben dem Vaterland - lebte ich mit Mutter und älterem Bruder zunächst in Heppenheim/Bergstraße. Später zogen wir in das hessische Mittelgebirge "Vogelsberg" zur Sicherung des Überlebens.
Meine Großmama hatte dort ein Haus, in das wir einziehen konnten. Sie besaß mehrere Gärten, einen kleinen am Haus, einen großen in ca. 2 km Entfernung, die "Mühlwiese", den "Schulgarten". Später nahmen wir noch ein Grabstück jenseits des Flüßchens Nidder hinzu. Nach Abheben der Grasnarbe wurden im ersten Jahr Kartoffeln gepflanzt. Diese Gärten dienten zum großen Teil der Selbstversorgung, waren also wichtig, denn es mußte etwas zum Ernten da sein. Sonst gab es keinerlei Möglichkeit zum Nahrungserwerb oder Geldverdienen.

Die Erwachsenen halfen bei Bauern und wir Kinder hüteten die Kühe. Dafür erhielten wir Kartoffeln, Milch, ab und zu auch mal ein Ei oder ein Stückchen Speck. Wenn sich die Jahreszeit den Erntemonaten näherte, zog die ganze Familie hinaus, um Vogelkirschen, Walderdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren oder Haselnüsse zu ernten. Hin und wieder fanden wir auch stattliche Waldpilze. Meine Gote "Dante Marieche" (meine Patin Tante Marieche) besaß "Amalie", eine Ziege, zwei Hühner, "Liesel" (weiß) und "Gretel" (schwarz). Von ihr bekamen wir immer einmal ein Töpfchen Ziegenmilch und ein Ei.

So wuchs ich im Alter zwischen 3-6 Jahren in natürlicher Landschaft mit freundlicher Beziehung zur Natur auf. Für unseren Unterhalt sorgten die Erwachsenen. Da es wichtig war zu ernten, war meine Großmama darauf aus, dass es im Garten keine "Mitesser" gab. Dennoch waren immer welche da: Nacktschnecken. Diese vermehrten sich schon damals in Massen. Ebenso war ihr Freßverhalten.

Wir Kinder sahen die Nacktschnecken mit Freude und - wenn im Frühjahr leere Gläser und Flaschen aus einem dunklen Kellerraum geholt wurden, um sie von Staub und Spinnweben zu reinigen, befanden sich auch stets Kellernacktschnecken in den Gläsern. Wir ließen diese auf unseren nackten Händen und Armen kriechen. Was weiter mit ihnen geschah, entzieht sich heute meiner Erinnerung.

Gefühle der Liebe und Zuneigung zu Personen aus der Kindheit lassen uns neben nützlichen auch völlig unnütze Verhaltensweisen annehmen. So übernahm ich unbewußt neben der Liebe zur Natur, zum Garten und zu meiner Großmama auch deren Schwierigkeiten mit Nacktschnecken und Kartoffelkäfern. Als Schulkinder wurden wir mit Blechdosen auf die Felder geschickt und lasen stundenlang Käfer und Larven ab. Wie ich mich erinnere, eine unangenehme Tätigkeit, da die Kartoffelkäfer sich bei Berührung fallen ließen oder einen unangenehmen Körpersaft absonderten.

Als ich erwachsen war, betreute ich mehrere Gärten, und stets gab es das Problem mit diesen "Schädlingen". Da ich damals - es ist ca. 35 Jahre her - biologisch anbaute, bekämpfte ich biologisch. Und wie ich es bereits als Kind beobachtet hatte, gab es auch hier keine Lösung.
Wir lasen Nacktschnecken ab oder töteten sie. Weil es so viele waren, führten wir Buch. Bei allmorgendlichem und allabendlichem Ablesen kamen wir innerhalb 6 oder 7 Jahren auf 42.000 Schnecken. Aber es wurde immer schlimmer und schließlich war nichts mehr zu ernten, so dass ich überlegte, mit Gärtnern aufzuhören oder etwas anderes zu finden (Fortsetzung folgt!)

Liebe

Liebe erhebt keine Forderung,
Liebe stellt keine Bedingung,
Liebe macht keinen Vorwurf,
Liebe versteht und entschuldigt alles,
Liebe distanziert sich nicht,
Liebe will alles miteinander verbinden,
Liebe sucht nicht nach Argumenten,
Liebe ist einfach da und will beglücken,
Liebe achtet die Freiheit des anderen,
Liebe weicht aus, wo sie vertrieben wird,
Liebe meidet keinen,
Liebe hat weder Anfang noch Ende.
Wo Liebe bewusst wird, da bleibt sie!


» Fortsetzung

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