Aus der Zeitschrift EinSicht Frühjahr 2007

Zu Ehren der Schnecken und Pflanzensetzlinge

von Eike Braunroth

Zwei Schnecken
Schneckenliebe

Schneckenliebe

ist der Anfang eines Schneckenlebens: Für Menschen unverfälscht aufgenommen - ein Vermehrungsbild der Schnecken. Ich liebe es und ich schätze es, wenn ich bei dieser intimen Berührung als Zuschauer eingeladen bin.

Pflanzenliebe

Bei Pflanzensetzlingen ist das nicht so offensichtlich. Hier geschehen Liebe und Vermehrung im Verborgenen. Der Intimbereich der Pflanzen wird vor dem menschlichen Auge zumeist versteckt. Nun werden die Schnecken zuerst genannt. Es ist ein Thema, das mir besonders das Herze bewegt. Aber auch die Pflanzensetzlinge dürfen dabei sein, denn ohne jene oder sie gäbe es kaum diesen Artikel.

Vorbilder

Mögen Schnecken und Pflanzensetzlinge dem Menschen ein Vorbild sein! Entweder ein nachahmenswertes oder ein abstoßendes.
Können uns die Schnecken und auch die Pflanzensetzlinge gar zu einem Vorbild werden?
Ja!
Wie denn?

Nun - Schnecken - indem wir ihnen nachfolgen und das Beste für die Erde beabsichtigen! Nun - Pflanzensetzlinge - indem wir beobachten, was Menschenwerk ist, unvollkommen - als Ergebnis unvollkommener Züchter in Menschengestalt.

Eigenschaften

Zuerst können wir uns ihrer Eigenschaften bewusst werden. Diese bringen uns in Berührung, machen uns vertraut mit ihnen, entscheiden, ob wir sie mögen oder ablehnen. Über Mögen oder Ablehnen entscheiden die von uns gewählten Eigenschaften. » EinSicht 3/2000: Tierportrait der Schnecke

Über Eigenschaften erhaben

Über dieses menschlich-allzu-menschliche Wählen hinaus wirken Schnecken und Pflanzensetzlinge auf verschiedenen Ebenen. Wie könnte es anders sein, sind sie - trotz ihrer Beinamen - viel mehr als tierische „Kulturfolger" und viel mehr als „Kulturpflanzen“. Wollte der Mensch sich hier vergleichen, müsste er mehr sein als ein kulturelles Wesen! Schnecken und Pflanzensetzlinge sind unabhängige Wesen, die durch das gewohnheitsmäßige Denken der Menschen nur wenig beeinflussbar sind.

Ohne bewusst Entscheidungen zu treffen, treffen sie die richtigen Entscheidungen! Ohne darüber nachzudenken, dienen sie auf ihre eigene natürliche Weise - das heißt sie können gar nicht anders - der Gesundung, der Entgiftung, der Bedeckung der Erde. Und sie verhindern eine weitere Vergiftung. Sie handeln auch gegen den Willen des Menschen. Sie ändern ihr Verhalten nicht, selbst nicht bei Verfolgung, nicht bei Tötung oder Bekämpfung. Ihr Lebenswerk ist von Schöpferhand eingeschweißt in ihre Gene. Und so können menschliche Maßnahmen nur auf begrenzte Zeit wirken.
Ihre wirklichen Aufgaben werden angegangen, auch wenn der Mensch ganz anderer Meinung ist. Sie scheren sich nicht darum, was er ernten und verspeisen will. Sie haben ihre Aufgabe in erster Linie darin: bei den Schnecken ... die Erde von allem Giftigen zu befreien, bei den Pflanzensetzlingen ... die Erde mit ihrem Kleid zu bedecken.
Weder das eine noch das andere ist üblicherweise im Sinnen und Trachten des Menschen angesiedelt, der hauptsächlich seinen eigenen Profit im Auge hat ... also weniger das Dienen als das Verdienen.

Menschendenken entlarvt

Schnecken und Pflanzensetzlinge reagieren  ganz im oben genannten Sinne, aber für den Menschen leider umgekehrt. Das Trachten nach Profit und Vermehrung deuten die Schnecken so, dass sie sich vermehren sollen. Dort wo sie die hinter dem menschlichen Tun stehende Absicht spüren und dazu, dass sie unerwünscht sind, stärken sie ihre lebenserhaltenden Kräfte und „machen" eine Vielzahl an Kindern. Während noch vor etlichen Jahren eine Schnecke bei einem Gelege etwa 80 Eier legte, sind es nach neueren Zählungen um die 250!
Eine Schnecke in Todesangst scheidet halbverdaute Nahrungsreste aus, die für die Bodenorganismen auf lange Zeit unverdaulich sind und den Eiweißgehalt der Erde erhöhen, so dass sich algenartige Lebewesen ansiedeln müssen, die die Oberflächen zum Teil verkleben und ein Wachstum der Keimlinge unmöglich machen.

Das Trachten nach Profit und Vermehrung auf Kosten von Lebewesen, die für Pflanzensetzlinge Freunde sind, führt zu einer Schwächung des pflanzlichen Kräftehaushalts. Auf diese Weise ziehen sie erst bestimmte tierische und pflanzliche Lebewesen an, die ihnen den Übergang in eine weitere Welt (vierte Dimension) erleichtern. Gleichzeitig helfen sie der Erde bei der Entgiftung so wie die Schnecken durch ihren Tod die Erde entsühnen.

Ist die Gier nach Profit die Ursache, dass Pflanzensetzlinge lieblos behandelt werden, scheiden diese gasförmig lebensvernichtenden Informationen aus, die die Bodenorganismen in ihrem Tun behindern und lähmen, so dass sie auf lange Zeit in ihrer Tätigkeit verlangsamt sind. Die einzige Lösung, um ein Gleichgewicht zwischen Tier- und Pflanzenwelt zu erzeugen, ist die Schaffung einer neuen Beziehungsfähigkeit im Menschen. Der Mensch ist nicht nur den Menschen, er ist in gleicher Weise der Tier- und Pflanzenwelt zur Ehre und Liebe verpflichtet.

Ehren und Lieben

Ist nun ein Mensch bereit, sowohl Schnecken als auch Pflanzensetzlinge bewertungslos anzunehmen, zu achten, zu ehren, zu lieben, kann sich zwischen Schnecken und Pflanzen ein Gleichgewicht einpendeln. Dann kann die Pflanze ihrer eigentlichen Bestimmung ein Lebensmittel für Boden, Tiere, Menschen zu sein voll entsprechen. Dann kann die Schnecke ihrer eigentlichen Bestimmung ein Begleiter und Förderer der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt zu sein entsprechen.

Ist nun der Mensch bereit, seinen irrtümlichen Herrschaftsanspruch abzulegen, wird er in die Gemeinschaft Tier-Pflanze aufgenommen und ist das dritte Glied in dieser Symbiose.


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